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05.06.2013

Nachlese 3. Schartners Samstag - Barolo

BAROLO – DIE LEITWEINE DES PIEMONT WAR UNSER THEMA.

Präzise, umfassend und launig kommentiert vom Langhekenner par excellence „Obi“ Oberkamm (www.augustenstueble.de), der auch noch ein hervorragendes Brasato von unserem Mehmet Akgul auftragen ließ und von Anita Orlik und Karl Schartner vollste Aufmerksamkeit beim Service der Weine verlangte!
Nicht zu vergessen sei auch die äußerst schmackhafte Mohntorte mit Marillenmarmelade von meiner Frau Christiane.

ZUM TATBESTAND.
Eines musste unsere höchst interessierte Gästeschar sogleich erkennen: die Nebbiolo-Rebe kann beinahe so launisch sein wie die Pinot Noir.

Zugegeben, wir hatten zum Teil recht junge Weine zum Trinken, was jedoch die Unterschiedlichkeit, Besonderheit und Eigenständigkeit der Barolo-Weine möglicherweise noch stärker zum Ausdruck brachte.

Wir möchten uns mit dieser Nachlese keinesfalls ein finales Urteil erlauben, dazu waren die Weine zu unterschiedlich reif, hatten ein jahrgangbestimmtes Gefälle und es fehlte auch noch der ein oder andere Erzeuger. Trotzdem bekamen wir, wie von allen Gästen rückbestätigt, einen tiefen Einblick in die Welt der 13 „Barolo“-Gemeinden.

Hier ist ein Zwischenlob an unsere „Weinbeisser“, 20 an der Zahl, angebracht: die Weine waren zur Mittagszeit für Magen und Sinne kein leichtes Unterfangen – jedoch wurden alle Preziosen von den Gästen bestens verkostet und besprochen.
So erlaube ich mir, aus der Kombination Gästesicht und meinem Empfinden folgendes Resümee zu ziehen.

WIR TRANKEN (IN AUFSTEIGENDER QUALITÄT GEORDNET):

2008 Dagromis DOC / Angelo Gaja (zugänglich gerichteter Wein, rundes Tannin und Schwarzkirsch Aromen – eindimensionaler, gemachter Wein)

2007 Faletto di Serralunga DOCG / Bruno Giacosa (herb säuerlich, krautig, fast dünn im Ausdruck, schwarze Johannisbeere – kleiner, sperriger Wein)

2005 Cerequio DOCG / Roberto Voerzio (gefälliger, überreifer Wein, viel zu intensive Pflaumen- und Schokoladen-Aromen – überbewerteter, teurer Wein)

2005 Monfortino DOCG / Giacomo Conterno (ohne den „typischen“ Monfortino-Druck, es fehlt Tiefe und Komplexität, rote Beeren – in Frage zu stellender, viel zu teurer Wein)

2004 Percristina DOCG / Domenico Clerico (zwar noch zu jung, zeigt sich jedoch als Barolo mit feiner Preiselbeernote und Rauch – standesgemäßer, verschlossener Wein)

2006 Bricco Boschis Vigna San Giuseppe DOCG / Cavallotto Fratelli (noch sehr verschlossen, jedoch mit Würze und Frucht, die sich erst mit viel Luft zeigt – kommender, klassischer Wein)

2007 Barolo DOCG / Bartolo Mascarello (saftiger Wein, Sauerkirscharomen, hat ein tolles Reifepotential – geschmackvoller, balancierter Wein)

2008 Cannubi Boschis DOCG / Luciano Sandrone (feine Minze und Mineralien, elegant mittelgewichtig, klasse Kirschnote im Nachhall – feiner, strukturierter Wein)

2005 Granbussia DOCG / Aldo Conterno (der Wein des Jahrgangs?, spektakulär kraftvoll, kirschlikörgleich mit dichter Textur, jetzt schon bestens trinkbar – toller, charaktervoller Wein)

2008 Arborina DOCG / Elio Altare (von allen Gästen, als der burgunderähnlichste Wein bezeichnet, florale Aromen, elegant mit einem sublimen Finale – großer, überragender Wein)

Allen Dagewesenen ein herzliches Danke für den intensiven Diskurs, für Ihre Leidenschaft und Ihre Bereitschaft, ein paar Stunden von Ihrer Freizeit bei uns zu verbringen.
Dir, lieber Obi Oberkamm, ein ganz großes Kompliment für Deine profunde Kommentation und Moderation dieses tollen Mittags.
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