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01.10.2014

Nachlese 9. SchartnerSamstag Grüner Veltliner Weingut Malat

Es war wieder soweit, am 13.09. kamen wieder 20 Wein-Interessierte zum 9. Schartners Samstag auf dem Grand Cru Parkett in der Löwentorstrasse zum gemeinsamen Genuss zusammen.
Bevor ich auf Wein und Winzer zusprechen komme, erlaube ich mir ein besonderes Dankeschön an meine Frau Christiane.
Sie bekochte uns mit Elefantenohren großen Wiener Schnitzel, dazu gab es Erdäpfel-Gurkensalat und kalt gerührte Preiselbeeren von Freundin Lisl Wagner-Bacher, www.landhaus-bacher.at. Auch für‘s „süsse Goscherl“ wurde aufgetragen und zwar feinste Topfenknödel mit Marillenröster.
Das alles war original und von bester Qualität.
Schatz, vielen Dank und auch unseren Unterstützern, der Meli, dem Memet und dem Hosenträgerwirt Obi www.augustenstueble.de , die in gewohnt bester Manier unsere Gäste betreuten und einschenkten. Und: was sie einschenkten, war von Güte.

Michael Malat vom Weingut Malat, www.malat.at, aus Palt im wunderschönen Kremstal war unser Gastwinzer. In seinem Gepäck waren 2 feine Sekte aus der Magnum und viele Flaschen Grüne Veltliner.
Ja, der Grüne Veltliner – eine regionale Rebsorte erobert die Gaumen der Weintrinker weltweit, und dies schon seit geraumer Zeit.
Wir hatten diese Traubensorte nun schon ein paar Mal exemplarisch zum Probieren. An diesem Mittag wurde jedoch wieder eindrucksvoll dargeboten, welch tolle Weine die Grüne Veltliner Rebe erbringen kann.

DAS BESTE VOM GRÜNEN VELTLINER = wie von Michael erklärt, eine Handselektion der besten, gesündesten, physiologisch ausgereiftesten Trauben aller Lagen des Hauses.
Mit dieser Quintessenz trockenen Grünen Veltliners zeigte der Protagonist Malat deutlich, wozu man im Stande ist.

Noch ein Wort zur Familie Malat:
1974 hat Ing. Gerald Malat das Weingut übernommen und es zu einem federführenden Betrieb mit 50 Hektar Rebfläche aus- und aufgebaut. Mit viel Pioniergeist hat er unter anderem 1976 als erster Winzer in Österreich seinen Sekt selbst versektet. Heute im Unruhestand und mit großer Leidenschaft für die Jagd.
Seine Frau Wilma Malat lenkt Haus und Hof.
Übrigens, vor 2 Jahren hat Familie Malat nebenbei ein Hotel eröffnet, Email: hotel@malat.at, das mit einem traumhaften Blick auf Stift Göttweig verwöhnt.
Und der charmant jugendliche Blondschopf, Dipl. Ing. Michael Malat, der seit 2008 die Leitung des Weingutes innehat und Schritt für Schritt neue Impulse zu setzen versteht.

So nun eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse:

2 Sekte aus dem Jahrgang 2010 und 12 Jahrgänge GV Das BESTE hatte Michael mitgebracht, von 1998 bis 2013 einen Jahrgangsbogen geschlagen.

Zum Aperitif ein weißer Malat Sekt aus Chardonnay und Pinot Noir mit feiner, noch sehr jugendlicher Hefenote. Danach ein Rosé aus 100% Pinot Noir mit zarten Noten von Himbeeren, Walderdbeeren, Veilchen, gepaart mit feingliedriger Kohlensäure.
Beide Weine im Flaschengärverfahren hergestellt und „Zero Dosage“, was diese Sekte äußerst bekömmlich macht. Chapeau!

Los ging es mit dem 1998er versus 1999er GV Das Beste. Der ältere schon reif, mit guter stabiler Farbe und dezenten Quittennoten – für einige Gäste der bessere der beiden. Der 99er mit noch reichlich Potential und Druck – sicher in den nächsten 4-6 Jahren noch schönst zu trinken.

Leider waren alle drei 2000er Flaschen oxidiert und verdienten keine Beachtung mehr. Umso interessanter war der 2002er, nicht gerade als besonders guter Jahrgang bekannt. Der Wein war bestens gereift, ohne zu viel Alterung zu zeigen, hatte gut eingebundene Säure und war wirklich von ansprechender Güte.

2003 mit fast jugendlich heller Farbe, etwas wenig Säure und verhaltener Frucht, für dies „warme“ Jahr trotzdem eine angenehme Überraschung, da er wirklich anmutig zu trinken war. Ihm zur Seite stand der 2007er, der natürlich viel präsenter, weiniger und sortenbezogener in seinen Anlagen zu erkennen war. Weiße Äpfel, Kleehonig und ein Touch gelbe Melone waren schön nachvollziehbare Aromen. Zu trinken jetzt und bei guter Lagerung die nächsten 5-7 Jahre.

Danach der formidable 2008er, mit toller Balance von Alkohol, Frucht und Säure, druckvoll am Gaumen und noch immer voll Jugend. Weißer Pfeffer, rauchig und Weinbergpfirsich (eigentlich ein Riesling Aroma), ein wirklich spannender Wein, der sicher in den nächsten 10 Jahren viel Trinkfreude bereiten wird. Der als Jahrgang höher eingeschätzte 2009er hatte es nicht leicht gegen die Brillanz des Vorgängers. Etwas fülliger, ebenfalls mit schönen Fruchtnoten, war jedoch eine leichte alkoholische Dominanz wahrzunehmen – das fettere Jahr –, was diesen GV zur Zeit ein wenig massiv erscheinen lässt. Schmackhaftes Veltliner-Bitterl im Abgang. Sicherlich helfen ihm noch ein paar Jahre Flaschenreife, um seinem sehr guten Jahrgang gerechter zu werden.

Nicht nur für viele Gäste, sondern auch für mich der Wein der Serie: 2010! Was für ein Druck, was für eine Delikatesse mit exquisiten Citrus und saftigen Apfelaroma, wirklich intensives Bouquet, beinahe feudal seine Anlagen, erneut weißer Pfeffer, ein wenig wie ein Chablis mit exzellenten Rückaromen.
Ab sofort bis ca. 2030 – Gratulation!

2011, 2012 und 2013. Nur der 011er ist jetzt schon mit Gaumenfreude zu trinken. Er macht den reifsten Eindruck der 3 Jungspund-Jahrgänge, die in diesem Stadium nicht weit auseinander liegen. Sie sind noch verschlossene Preziosen, die erst in den nächsten 3-6 Jahren ihr Potential freigeben. Mineralische Jünglinge, die deutlich zeigen, dass diese Kategorie von Malats Weinen nichts für Primärfruchttrinker ist. Eindeutig: Wer diese Weine nicht kauft und einkellert, bestraft seinen Gaumen und wird diese Grünen Veltliner nie in Bestform prosten.

Don Michael Malat, ein herzliches Dankeschön für Deine Expertisen, Deine Zeit und Deine tollen Grünen Veltliner – ja, sie sind aus dieser Rebsorte das BESTE Eures Hauses.

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