8SchartnerSamstag_b87e3b.jpg

30.07.2014

Nachlese 8.Schartners Samstag - Riesling Fellbacher Lämmler Weingut Aldinger

ALLERDURSTIGSTE WEINTRINKER


DER 8. SCHARTNERS SAMSTAG AM 12. JULI 2014
Bentz der Aldinger legte einst den Grundstock für das Weingut Gerhard Aldinger (www.weingut-aldinger.de). Gert Aldinger leitet und führt es seit 1977 und schon ungefähr eine Dekade mit seinen Söhnen Hansjörg und Matthias. Hansjörg ist Chef der Weinberge, Matthias der Boss im Keller und Gert der CEO in Sachen Unternehmensführung, Repräsentanz, Strategie und Netzwerk. Spitzenleut in einer Spitzensache – Wein.
Nicht unerwähnt soll die herausragende Leistung Gerts beim VDP bleiben. Der Herr Präsident des VDP Württembergs ist für alle VDP Weingüter des Ländle eine zurzeit nicht zu ersetzende Person.
Es ist seinem unermüdlichen Einsatz, seiner oft unverblümt offenen Meinung, seiner Kompetenz, seiner Diplomatie (nicht im Widerspruch zur offenen Meinung)  und seinem charmanten Lächeln zu verdanken, dass der Regionalverband Württemberg Gewicht im VDP (der oft Großkopferden) gefunden hat.
Und wenn er im Winter nicht in den Bergen Lechs beim Schifahren oder im Sommer mit seiner lieben Sonja beim Bergwandern (gelegentlich kraxelt er auch noch in Nachbars Obstbäumen rum) ist, dann ist er wahrlich ein kollegial zugetaner und wohlmeinender Ratgeber für unser Weinhandelsunternehmen. Nicht nur als Geschäftspartner, sondern auch und gerade als lieber Freund – vielen Dank Gert.

Wie bereits des Öfteren, hat uns „Obi“ Oberkamm (www.augustenstueble.de) mit einem feinen Kalbstafelspitz nebst Rösterdäpfel sowie hinterher mit einem äußerst schmackhaften Ofenschlupfer auf Vanilliesoße die Weinprobe feinstens „unterfüttert“. Frau Meli, unser bester Memet und meine Herzblatt Christiane haben uns bewirtet und eingeschenkt.

12 Jahrgänge Riesling Fellbacher Lämmler Grosses Gewächs
(diese Lage ist Bad Cannstatt zugeordnet und wird geprägt von buntem Mergel und Stubensandstein)
Nachstehend unsere Eindrücke ob dieser bedeutsamen Verkostung.

FLIGHT 1
Wir begannen großartig mit im linken Glas eingeschenkten 2006er und im rechten einen 2009er. Von dem sehr regenreichen 2006er Jahrgang hatten wir nicht so viel erwartet, möglicherweise auch deshalb waren alle Gäste und wir so begeistert vom noch immer saftigen und nach weißen Nektarinen schmeckenden Wein. Der 09er, der eine ähnlich kompakte Struktur wie der 06er besitzt, musste sich ob seiner Jugendlichkeit anstrengen. Doch auch dieser zeigte Anlagen von feinsten Fruchttönen gepaart mit Kraft und Würze – Potential!

FLIGHT 2
2003 versus 2011. Beides, für die Rebsorte Riesling, säuremilde Weine. Der 03er wahrscheinlich hat seine beste Zeit - wenn er eine hatte - hinter sich (wie vielen aus diesem Hitzejahrgang, fehlt auch diesem Wein das „Rückgrat“) und macht nur mehr bedingt Freude beim Trinken. Der 11er ist natürlich viel frischer, mit Aromen von Birnen, weißen Äpfeln, Melone, etc., bereits im besten Trinkalter angekommen, ein richtiges Hedonistengetränk.

FLIGHT 3
Sensationell gegen einen leider nicht mehr als sherryartigen Wein (der Fehler dieses „Duells“ lag bei mir – ich hatte sie direkt nach der Öffnung verkannt und falsch zusammengestellt). Der 2008er, der, seit ich diesen Wein kenne, schon immer eine besondere Textur war, brillierte – ja Gert Du sagtest es, 2008 war von vielen Weinwissenden verkannt worden – mit subtilen Aromen nach Aprikose, Grapefruit, der Wein hatte Spannung am Gaumen und zeigte deutlich mit welchem Potential diese Weine ausgestattet sind. EINE GOSCH VOLL WEIN! Der 02er war oxidativ und wurde es leider mit jeder Minute mehr.

FLIGHT 4
Ein junger 2012er gegen einen perfekten 2004er Lämmler. Dieser offensichtlich recht kühl vergorene Jahrgang 12 überzeugt durch gute mineralische Komponenten und einem deutlichen Aprikosenduft, der auch beim Schlucken des Weines nachschmeckend bleibt. Man wird diesen Wein erst in ein paar Jahren besser beurteilen können. Dies kann man beim wunderbar weinigen 2004er, der nun perfekt gereift ist (wie auch später der 05er), herrlich nachvollziehen. Dieser Wein ist ein Paradebeispiel, dass bei diesem Alter nur mehr das Ganze zählt. Alles ist harmonisch, kein lautes Aroma stört den geschmacklichen Verbund. „It’s just a wine“, sagte mal ein bekannter Produzent zu seinem Erzeugnis. It‘s a wine, sage ich zum 04er.

FLIGHT 5
Im ersten Glas der 2007er und daneben der 2010er (ein viel zu unterschätzter Jahrgang). Klasse, klasse, klasse. Bestellen Sie im Restaurant gebratene Kalbsbriesröschen mit Meaux-Senf-Sahne-Sauce, glasierte Boskop-Apfelwürfel und Kartoffelpüree, dazu den 07er (wenn‘s noch hat) Riesling Fellbacher Lämmler GG, Sie werden spüren und schmecken – eine Traumkombination! Und dass der 2010er mit strammem Säuregerüst, seiner Orangen-, Pfirsich-, Birnen-, Mandelfrucht zu den besten je gekelterten württembergischen Rieslingen gehört, das ist mal sicher, aber ganz sicher und so ist es gut, wer ihn haben tut! 

FLIGHT 6
2005er und en passant eine Fassprobe 2013. Wie beim 04er schon angedeutet, ist auch der 05er nun im allerbesten Trinkstadium. Elegantestes Weinchen – keine störenden Primäraromen, egal ob kalt- oder kühlvergoren, keine Dropsigkeit und keine breitbrüstigen Fruchtbombenaromen. Einfach nur guter Wein – Kompliment!  Zum 013er Baby nur so viel - in 5-6 Jahren ein Wein, der höchste Weihen erfahren wird!


Lieber Gert, Du lasest aus dem handgeschriebenen Jahrgangsbuch Deines Vaters zu den jeweiligen Wein-Jahrgängen. Dies war nicht nur sehr lehrreich, sondern auch sehr emotional und zeigt, dass
DER WEINBAU, INTERPRETIERT AUF DIESE NATURVERBUNDENE ART, IMMER EINE ZUKUNFT HABEN WIRD!

Ich danke unseren Gästen für das gemeinsame Essen und Trinken sowie das aktive Mitmachen.
Ich danke unseren Mitarbeitern, Obi und meiner Frau.
UND NICHT ZULETZT DANKE ICH DIR, LIEBER GERT,
FÜR EINEN WUNDERBAREN SCHARTNERS SAMSTAG.

Fassprobe2013_419c01.jpg
Gert_175656.jpg
PinotBrut2_fcb204.jpg